Veredlungstechniken

Es gibt eine Menge verschiedener Veredlungstechniken. Keine ist unangefochten die beste. Jede hat Vor- und Nachteile. In Bezug auf die Saison unterscheidet man zwischen Winterveredlung und Sommerveredlung

  • Typisch für die Winterveredlung ist das Aufbewahren der frischen Veredlungen während dreier Wochen im Wärmeraum bei 25° bis 30°  C und bei hoher Luftfeuchtigkeit zur Kallusbildung. Als Verbindungstechnik werden der Omegaschnitt, der Cadillacschnitt oder die Kopulation verwendet.
  • Typisch für die Sommerveredlung ist die Voraussetzung, dass die Rinde löst. Bekannt sind einfaches Rindenpfropfen, Geissfuss, Kopulation mit oder ohne Gegenzunge, Spaltpfropfen, Spanveredlung, Plattenokulation, Lamellenveredlung, Couronneveredlung, Tittelpfropfen, Ringokulation, Pfeifferln usw.

Im Beitrag Verschiedene Techniken der Nussbaumveredlung finden Sie Informationen über Veredlungen von Januar bis August .

Im Beitrag Edelreiser zur Nussbaumveredlung finden Sie detaillierte Informationen  über Schneiden , Aufbewahren, Verschicken usw. von Edelreisern.

Im Beitrag http://walwal.ch/wp-content/uploads/Erfahrungsbericht-über-meine-Plattenokulationen-auf-treibendes-Auge-2014.pdf finden Sie Beobachtungen und Überlegungen zum Thema Plattenokulation auf treibendes Auge.

Walnusssorten-Ranking 18.09.2014

 

 

Regionale Walnuss-Veredler in der Schweiz

Anlässlich der Tagung Walnussveredlung Schweiz vom 4. März 2017 haben mehrere Teilnehmer den Wunsch geäussert, eine Liste von lokalen Walnuss-Veredlern zu erstellen, die bereit sind, für Dritte Walnussveredlungen zu machen, als Dienstleistung, nach Vereinbarung und gegen Entgelt.

Es gibt zwei mögliche Szenarien.

  1. Veredeln einer jungen Unterlage mit einer gewünschten Sorte.

    Jemand hat einen Nussbaum, der besonders schöne Nüsse gibt, zu dem der Eigentümer besondere Beziehungen hat, der krank oder alt ist oder der einem Neubau weichen muss und den man in keiner Baumschule kaufen kann. Der Eigentümer möchte einen jungen Baum haben, der die gleichen Nüsse gibt. Dazu muss eine Unterlage mit der besonderen Sorte veredelt werden. Der Kunde nimmt mit einem Veredler Kontakt auf, erklärt seine Wünsche und vereinbart mit dem Veredler alle wichtigen Punkte.

Im Dezember bis März gemäss Abmachung mit dem Veredler scheidet der Kunde die Edelreiser der gewünschten Sorte nach Vorschrift und schickt sie an den Veredler. Letzterer bewahrt die Reiser bis zur Veredelung auf. Der Veredler besorgt eine Unterlage und veredelt im Januar bis April. Bei erfolgreicher Kallusbildung pflegt der Veredler den veredelten Jungbaum im Topf bis im Herbst des folgenden Jahres. Dann kann er vom Kunden abgeholt werden.

2. Umpfropfen eines bestehenden Baumes im Freiland.

Jemand hat einen jungen bis 25- jährigen gesunden Baum, der aber Nüsse von unbefriedigender Qualität gibt. Es besteht die Möglichkeit, einige Äste von diesem Baum mit einer guten Edelsorte zu veredeln. In diesem Fall spricht man von Umpfropfen. Die Veredlung findet zwischen Mitte Mai und Ende Juni statt, wenn wintergeschnittene Reiser verwendet werden und zwischen Ende Mai und Ende Juni, wenn Plattenokulationen gemacht werden. Für letzteren Fall, müssen die Edelreiser unmittelbar vor der Veredlung geschnitten werden. Dazu müssen die Reiserbäume in nächster Umgebung stehen. Vier bis sechs Wochen nach der Veredlung sieht man, ob die Veredlungen erfolgreich war oder nicht.

Der Kunde nimmt mit einem regionalen Walnuss-Veredler im Januar Februar Kontakt auf und regelt die Modalitäten.

 

Die Walnussveredlung ist schwierig. Es gibt keine Baumschulen in der Schweiz, welche Walnüsse veredeln. Seit 2010 führt Hans-Sepp Walker Kurse zur Walnussveredlung durch. Er und einige seiner Kursteilnehmer, die erfolgreich Veredlungen machen, haben sich bereit erklärt, Ihre Namen auf die Liste von regionalen Walnussveredlern in der Schweiz setzen zu lassen und versuchsweise Veredlungen für Dritte auszuführen.

 

Liste der regionalen Walnuss-Veredler in der Schweiz

Ich habe die nachfolgende Liste im Einverständnis mit den aufgeführten Veredlern erstellt und verwalte diese auch. Sie wird auf meiner Homepage publiziert und interessierten Organisationen zu Verfügung gestellt. Die Liste ist nicht in Stein gemeisselt und kann bei Bedarf geändert oder aufgehoben werden. Es wird sich zeigen müssen, ob eine solche Liste einem Bedürfnis entspricht. Änderungen sind mir zu melden.

Liste, Stand September 2017

Name, Vorname Adresse Tel-Nr. E-Mail-Adresse Bemerkungen
Epp Peter Wagmatt 6037 Root 078 831 40 51 pe.epp@bluewin.ch Indoor und Freiland
Gemra Jan Zürichstr. 42

8184 Bachenbülach

+41 44 86 11 225 iann25@hispeed.ch Indoor
Steiner Peter Rietstrasse 11, 8718 Schänis.

 

 055 615 10 48 abends

 

steiner.petra@gmx.ch Freiland Plattenokulation
Stoupa Libor F.
 Lochweg 15

3114 Wichtrach

+41 79 206 28 37 stoupa.home@stoupa.com Indoor

Jan. bis März

Walker Hans-
Sepp
Rte de Fribourg 90

1746 Prez-vers-Noréaz

026 470 14 89 hans-sepp.walker@gmx.ch Indoor und Freiland
         

 

 

 

Wichtige Informationen

  1. Abmachung und Vereinbarung

Eine Vereinbarung zwischen dem Kunden und dem Veredler vor Beginn der Veredlung ist auf jeden Fall notwendig. Sie muss alle relevanten Elemente enthalten: Typ der Veredlung, Zeitplan, Kosten, Schnitt, Versand und Aufbewahrung der Edelreiser.

2. Kosten

a) Für Veredlungen beim Veredler. Es muss mit einem Kostenrahmen von ca. 150 Fr pro erfolgreiche Veredlung im Topf gerechnet werden. Für misslungene Veredlungen bezahlt der Kunde nichts. Er hatte nur den Aufwand der Beschaffung der Edelreiser. Die Pauschale erfasst den Aufwand für Vereinbarung, Unterlage, Veredlung, Pflege der Veredlung, Material, Arbeit usw.

b) Für Umpfropfungen beim Kunden.

Die Kosten setzen sich zusammen aus:

  • Km-Entschädigung
  • Materialkosten
  • Zeitaufwand

Sie werden vom Veredler festgelegt und in der Vereinbarung festgehalten.

3. Zeitplan

Für Veredlungen beim Veredler ist ein Zeitrahmen von 1 ½ Jahren vorzusehen. Nov. bis Januar: Vereinbarung. Herbst des folgenden Jahres: Abgabe des veredelten Baumes an den Kunden.

Für Umpfropfungen: Januar bis Februar: Vereinbarung. / Zwischen Mitte Mai und Ende Juni: Veredlung. / Ende August: Abschluss des Auftrages.

4. Schnitt und Versand von Reiserruten

Für die Idoor- Veredlungen und die frühen Freilandveredlungen müssen letztjährige Triebe (auch Reiserruten genannt) vom Baum der gewünschten Sorte geschnitten werden. Die Ruten sollen zwischen 0,8 und 2 cm dick und mit gut entwickelten, ruhenden Knospen bestückt sein.  Ruten mit ausschliesslich männlichen Knospen sind unbrauchbar. Vorletztjährige oder ältere Ruten sind ebenfalls unbrauchbar. Die basalen Teile der Ruten geben die besten Edelreiser; deshalb immer die basalen Teile der Ruten mitnehmen! Die Ruten können sofort nach dem Schnitt in 25 bis 30 cm lange Stücke eingekürzt werden. Diese müssen sofort nach dem Schnitt mit leicht feuchten Tüchern gegen das Austrocknen geschützt und gegen Kälte und Wärme isoliert und dann auch so verschickt werden. Aus einer 30 cm langen Rute lassen sich i. d. R. zwei oder drei Reiser für die Veredlung gewinnen. Der Schnitt der Reiserruten sollte im Januar bis März erfolgen und sofort per Express an den Veredler geschickt werden. Dieser lagert die Ruten in geeigneter Weise bis zur Veredlung. Mehr Details zum Thema ist nachzulesen in http://walwal.ch/wp-content/uploads/Edelreiser-f%C3%BCr-die-Nussbaumveredlung-13.1.13.pdf.

Für Plattenokulationen im Freiland werden letztjährige oder diesjährige Ruten unmittelbar vor der Veredlung geschnitten.

 

Die regionalen Veredler garantieren echte Schweizer-Walnuss-Veredlungen. Suisse made!!

Prez-vers-Noréaz, 13.09.2017 HSW

 

 

Erneute Zweitblüte nach Frost 2017 bei unserem Nussbaum WalPrez

 Über die Zweitblüte unseres frühen Nussbaumes WalPrez im Jahre 2016 hatte ich im Fructusbulletin vom März 2017 berichtet.

Auch 2017 hatten wir bei uns in Prez-vers-Noréaz auf 650müM leider wieder einen Spätfrost, der noch stärker war als 2016. Zwischen dem 21. und 25. April gab es Nachttemperaturen zwischen -1 und -5°C. Die neuen Triebe, die weiblichen Blüten im befruchtungsfähigen Zustand und die noch wenigen männlichen Blüten sind am Baum schwarz geworden und erfroren.

Wie letztes Jahr hat der Baum nach drei Wochen erneut weibliche Blüten gemacht, aus denen wieder Nüsse entstanden. Allerdings ist der Nuss-Behang um Mitte August noch kleiner als 2016. Es dürfte bloss etwa 20 kg Nüsse geben, da der Hagel im Juli auch noch einen Teil der Nüsse beschädigt hat.

Bemerkenswert ist, dass der Nussbaum der Sorte WalPrez zum zweiten Jahr in Folge eine Zweitblüte nach Frost gemacht hat, während andere frühe Sorten keine Zweitblüten machen.

Nüsse aus Zweitblüte, Foto vom 20.8.2017

Die Zweitblüte von WalPrez fiel zeitlich mit der Blüte der spätblühenden Sorten zusammen. Zu vermerken ist ferner, dass sogar ein Teil der männlichen Blüten der späten Pollenspendersorte Ronde de Montignac erfroren ist. Die 1 bis 2 cm langen Kätzchen sind als eingetrocknete Mumien noch zwei Monate am Baum geblieben. Nur ein kleiner Teil der Kätzchen hat sich noch normal entwickelt und konnte die Zweitblüten der frühen Sorte und die Blüten der späten Sorten befruchten.

 

Um die Chancen einer Befruchtung nach Frost zu erhöhen, habe ich am 16. Juli 2017 zwei Äste des WalPrez-Nussbaumes auf ca. 5 m über Boden durch Plattenokulation mit der späten Pollenspendersorte Ronde de Montignac veredelt.

Am 20. August haben die Knospen von zwei Platten begonnen auszutreiben.

Plattenokulation fünf Wochen nach der Veredlung

 

Ich hoffe, dass sie den nächsten Winter gut überstehen, nächstes Jahr erste Triebe machen und in einigen Jahren Pollen zu Befruchtung produzieren. Die Pollen sind dann näher an den weiblichen Blüten.

Nur wenn man die Nussbaumveredlung und insbesondere das Umpfropfen selber beherrscht, kann man solche Experimente durchführen.

Veredlung von Ästen mit Plattenokulation des WalPrez-Nussbaumes am oberen Ende der Leiter    auf ca. 5m über Boden.

Prez-vers-Noréaz, 20.8.2o17

 

Nusssorten

In der Schweiz gibt es Nussbäume vor allem als Einzelbäume oder Gruppen, nicht aber als Kulturen wie beispielsweise im Grenoble-Gebiet.  Die meisten sind nicht veredelt also Wildlinge. Da jeder Wildling eine individuelle Kreuzung einer unbekannten Mutter mit einem unbekannten Vater ist, ist die Sortenvielfalt optimal gewährleistet. Jeder Wildling hat seine charakteristischen Eigenschaften, entsprechend seinen  individuellen Genen und gibt entsprechend Nüsse mit individuellen Eigenschaften. Aus der Sicht der Artenvielfalt ist das gut. Aus ökonomischer Sicht sind veredelte Bäume, welche Nüsse mit definierten Sorten und bekannten Eigenschaften und hohen Erträgen geben, vorteilhafter. Meines Erachtens ist eine Mischung von Wildlingen und verschiedene Sorten veredelter Nussbäume nebeneinander vertretbar. „Die beste Sorte“ gibt es nicht, da eine Rangliste davon abhängig ist, wie man die verschiedenen Auswahlkriterien gewichtet. Als solche gelten:

  • Frostanfälligkeit, Austriebzeitpunkt, Wachstumseigenschaften, Ertrag, Anfälligkeit gegenüber Viren, Bakterien, Pilzen der Bäume
  • Grösse, Schalenfestigkeit, Nahtverschluss und Kernanteil der Nüsse sowie
  • Farbe, Geruch und Geschmack der Kerne

Jeder Liebhaber oder jede Liebhaberin gewichtet die Kriterien verschieden und wählt seine beste Nuss. In Frankreich gibt es 6 Sorten  AOC Nüsse; Franquette, Parisienne, Mayette, Marbot, Corne und Grandjean. Daneben gibt es neuere Sorten wie Lara, Fernor, Fernette usw. In Deutschland gab es die Liste der Nussbäume mit den Geisenheim Nummern . Viel genannt werden Nr 26, 120 (Moslaner), 139 (Weinheimer), 286 (Spreewalder), 1247 (Kurmarker), 1239 (Rote Donaunuss), Weinsberg 1 und Esterhazy II. In der Schweiz sind Inventarisierungen in Bearbeitung. Die entsprechenden Listen sind offenbar vorhanden, aber weder leicht verfügbar noch benutzerfreundlich .  Agroscope empfiehlt Franquette, Scharsch, Parisienne, Geisenheim 120, Meylannaise, Mayette, Geisenheim 139, Geisenheim 1049, Esterhazy III und Pedro http://www.agroscope.admin.ch/data/publikationen/11236_d.pdf Interessante Sorten gibt es auch in Tschechien, Rumänien, der Türkei, Spanien, Kalifornien und sicher auch in China, dem grössten Walnussproduzenten der Welt.

 Walnusssorten Ranking

 Im Artikel AlWal Dokumentation vom 23.9.2016 wird die Sorte AlWal detailliert beschrieben.

AlWal Dokumentation 23.9.2015

Publikationen

Szabadtéri dióoltás, ungarische Übersetzung meiner Publikation „Nussbaumveredlung im Freiland“ (Plattenokulation im Juni) , erschienen am 5. Februar 2014 in der ungarischen Zeitschrift Kertészet és Szölészet. Übersetzung durch Laki József und Kustos Irma

Nussbaumveredlung im Freiland , Artikel über die Plattenokulation auf treibendes Auge im Juni nach Walker, erschienen in der Schweizerischen Zeitschrift für Obst- und Weinbau, 149. Jahrgang, 25. Oktober 2013 Nr 21.

Beurteilungskriterien für Nüsse Vortrag 6.11.11

Anforderungen MarktnüsseBilder des Vortrags 6.11.11

Die bemerkenswerten Eigenschaften des Juglon

Techniken zur Veredlung von Nussbäumen im Freiland

http://gartenfernsehen.de/filme/walnussbaum-selber-veredeln

Die Walnuss im Kanton Freiburg

Schwarznuss als Waldbaum und als Veredlungsunterlage (4)

Literatur Eine kleine Auswahl interessanter Quellen:

  • Buch: Le noyer ctifl 1999 ISBN 2-87911-104-8 E. Germain
  • Diplomarbeit: Etude comparative de quatre techniques de greffage du noyer, 2002,  Lullier, Sicuranza Laurent
  • Diplomarbeit : Amélioration des techniques traditionnelles de multiplication de noyer à partir de bourgeons végétatifs dormants et poussants, 2006, Lullier, Cyril Yeterian
  • Dissertation: Grafting of walnut with hot callusing techniques under south african conditions LC van Zyl 2009
  • Buch: Schalenobstanbau, K.J. Maurer, 1986, Verlag Ulmer, Stuttgart
  • Buch: Gehölzvermehrung, Bärtels Andreas, 1996 ISBN 3-8001-5287-8 Ulmer, Stuttgart

Links

www.prospecierara.ch www.retropomme.ch http://www.fructus.ch/sorten/walnuesse/wissenswertes-rund-um-die-baumnuss/index.html

Schaugarten Walnuss-Veredlung

Ich habe bei mir in Prez-vers-Noréaz, Rte de Fribourg 90, einen Schaugarten zur Walnuss-Veredlung eingerichtet. Zu sehen sind:

  • verschiedene Veredlungstechniken
  • verschiedene Veredlungsunterlagen
  • verschiedene Veredlungshöhen
  • verschiedene Sorten.

Der Schaugarten soll an Hand von praktischen Beispielen zeigen, was machbar ist.

Hier eine Auswahl:

  1. Plattenokulation im Freiland auf Bodenebene vom Juli 2010. Lara auf J. nigra. Die Plattenokulation auf treibendes Auge im Juni/ Juli mit letztjährigen Reiserruten ist die erfolgreichste Veredlung im Freiland bei mir auf 650 müM. Der Baum gab vier Jahre nach der Veredlung die ersten Nüsse.

Lara ist eine französische Züchtung der neuen Generation, eine eher späte Sorte (eine Woche vor Franquette), lateraltragend mit hohen Erträgen, geeignet als Frischnuss, weniger geeignet zum Trocknen, für Intensivanbau, verlangt jährlichen Schnitt, starke Düngung, regelmässigen Pestizideinsatz.

 

  1. Omega-Veredlung am Wurzelhals, Indoor, 2011 gekauft von A. Schott. Die Omega-Veredlung mit Stanzmaschine wird als Tischveredlung im Winter in Deutschland häufig verwendet.

G120, (G steht für Geisenheim) auch Moslanernuss genannt, gilt als eine der besten deutschen Sorten, eher früh. Die Sorte bildet natürlicherweise eine offene Krone, was eine gute Besonnung und Durchlüftung bewirkt und wenig Schnitt verlangt.

Das Offenhalten einer Baumscheibe in den ersten Jahren nach der Pflanzung fördert das Wachstum. Eine Grasnarbe hemmt das Wachstum sehr stark.

 

  1. Kopulation mit Gegenzunge auf Bodenebene, Indoor, 2.3. 2014 WalWal auf J. nigra. Kopulation mit Gegenzunge gibt saubere starke Verbindungen und kann als Indoor- und Freilandveredlung praktiziert werden. Der Baum ist im vierten Jahr nach der Veredlung ca. 3,5 m hoch. WalWal ist eine Eigenzüchtung aus einem Sämling. Die Nuss gleicht in der Form der Franquette, ist aber früher.

 

  1. Plattenokulation im Freiland vom 13. Juni 2015 von F2-Hybride aus dem Arboretum in Aubonne auf MJ209-Hybride. Sorte zur Holzproduktion, nicht zur Nuss-Produktion. Der Baum war nach 2 Vegetationsperioden nach der Veredlung ca. 5 m hoch.

Der F2-Hybridnussbaum in Aubonne ist 50 Jahre alt und hat einen Stammdurchmesser von 1 m !! Seine Blätter gleichen sehr stark Walnussblättern; das Fieder-Endblatt ist grösser als die übrigen Fiederblätter, viele Blätter haben 11 Fiederblätter, seine Nüsse haben die typische Form von Hybridnüssen mit dicken Holzschalen. Der Baum trägt im Gegensatz zu andern Hybriden viele Nüsse. Die Mutter des F2-Hybridnussbaumes ist der berühmte F1-Hybridnussbaum in Meinier im Kanton Genf mit einem Umfang von 6 m und seinen feigen-förmigen Nüssen.

 

  1. Garten mit jungen Veredlungen von ca. 100 Sorten mit ca. 10 verschiedenen Techniken, auf verschiedenen Unterlagen, Sorten aus der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Polen, Tschechien, Ungarn, Ukraine und Österreich mit speziellen Eigenschaften; grossfrüchtig, rotkernig, schlitzblättrig, Dekorationsnüsse usw.

Meine Bewertung der Sorten mit meinem Punktesystem ermöglicht einen Vergleich der Sorten und die Erstellung einer Sorten-Rangliste.

 

  1. Hausnussbaum 100-jährig, wahrscheinlich unveredelt, ca. 25 m Kronendurchmesser. Getauft wurde die Sorte auf den Namen WalPrez, eine Abkürzung für Walker Prez-vers-Noréaz. Der Baum gibt im Mittel 70 kg trockene Nüsse pro Jahr, frühe Sorte aber Zweitblüte nach Spätfrost. Die weiblichen Blüten der Zweitblüte blühen zur gleichen Zeit wie die späte Franquette und können so durch späte Pollenspender wie La Ronde de Montignac befruchtet werden. Die Nüsse haben die Form einer Mitra. Die Sorte macht 100 Punkte nach meinem Bewertungssystem.

Die biologische Bekämpfung der Walnussfruchtfliege erfolgt erfolgreich mit unseren Hühnern. Nach der Ernte bringe ich eine dicke Schicht von frischem Rossmist unter dem Baum aus. Die Erde bleibt so krümelig. Die Hühner scharren gerne darin und fressen die Larven, die im Boden überwintern.

 

  1. Cadillac-Veredlung Franquette auf wahrscheinlich Lozeronne, 2008 von Payre gekauft als einjährige Veredlung. Die Cadillac- Veredlung in den Wurzelhals wird in Frankreich als Tischveredlung indoor praktiziert.

Franquette ist in Frankreich die meist angebaute Sorte. Sie gilt auch heute noch als Standard. Sie macht nach meinem Punktesystem 100 Punkte. Sie ist spät, robust, genügsam, resistent. Die Kerne sind von ausgezeichneter Qualität. Wer «bessere» Sorten auch in der Schweiz sucht, tut gut daran, sich mit der Franquette zu messen. In Frankreich wirft man der Sorte heute vor, dass das Kaliber nicht gross genug ist verglichen mit den grösseren amerikanischen Sorten und dass sie zu wenig ertragreich sei verglichen mit den lateral tragenden, im Intensivanbau verwendeten Sorten wie Lara.

  1. Versuchsnussbaum mit 4 veredelten Sorten. Der Baum, auf den die vier Edelsorten aufgepfropft sind, ist ein Sämling, der um 1980 herum gesetzt worden ist, treibt sehr früh aus und ist deshalb stark spätfrostanfällig. Die Veredlungen der vier Edelsorten erfolgten als Umpfropfungen an Ästen auf 3 bis 5 m über Boden. Die Couronne- Veredlungen von 2008 mit späten Franquette und Mayette geben seit 2010 regelmässig Nüsse, auch in Jahren von Spätfrost. Die Thunstetter Traubennuss wurde 2012 veredelt und gab 2015 zum ersten Mal ein paar Nüsse. Die vierte Sorte ist eine AlWal, die anfangs Juni 2017 mit der Geissfusstechnik auf einen Ast veredelt wurde. AlWal ist die beste Schweizersorte, die ich kenne (125 Punkte).

 

  1. 50 Indoorveredlungen in Töpfen von 2016 und 2017 im Schatten einer Linde aufgestellt, ca. 20 Sorten mit 7 verschiedenen Techniken. Neben den oben erwähnten gibt es noch Kopulationen und Chip budding. Es handelt sich z.T. um Auftragsveredlungen. Veredlungen in Töpfen haben den Vorteil, dass die Bäumchen während des ganzen Jahres ausgepflanzt werden können. Es ist vorteilhaft, relativ grosse Töpfe zu benützen.

Darunter gibt es auch Veredlungen von frühen und späten Sorten auf derselben Unterlage im Rahmen des Projektes « Verspätung von frühen Sorten».

 

  1. Späte, homogame Ronde de Montignac als Befruchtersorte für späte Sorten wie Franquette oder für Zweitblüten von frühen Sorten.

 

  1. Couronne-Veredlung vom 8. Mai 2008 im Wald auf 2m hohem Stamm. Franquette auf J. regia. Die Veredlung wurde 2012 im Wald ausgegraben und in den Garten gepflanzt. Stammbildner ist die Unterlage. Das Anbohrloch nach dem Trick von Alain Dupard ist verwachsen, aber noch sichtbar. Erste Nüsse 2014

  1. Aufbewahrung von wintergeschnittenen Reiserruten im Sand in 250 L-Fass. Der Schnitt und die Aufbewahrung von Edelreisern ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen von Veredlungen. Die besten Erfahrungen habe ich allerdings gemacht, wenn ich Reiserruten im Februar schneide, auf ca. 30 cm einkürze und in Plastiksäcke lege, in die ich etwas frisches, noch feuchtes Fichtensägemehl gebe und die Reiser im Kühlschrank bei 0°C bis zum Veredeln aufbewahre.

 

Ich biete Führungen an, die 1 bis 2 H dauern und an denen neben den Veredlungen verschiedenste Aspekte erklärt werden wie frühe und späte Sorten, Blütenbiologie der Walnuss, Sortenbewertung usw.

 

Prez-vers-Noréaz, 1.7.2017

 

Hans-Sepp Walker

rte de Fribourg 90

1746 Prez-vers-Noréaz

+41 (0)26 470 14 89

hans-sepp.walker@gmx.ch

www.walwal.ch

 

 

Walnussveredlung im Freiland mit der Couronnetechnik durch Alain Dupard in Grenoble

 

Am 17. Oktober 2017 hat mir mein verehrter Lehrmeister in Sachen Freilandveredlung, Alain Dupard, in Albenc, im Nussgebiet von Grenoble seine Freilandveredlungen 2017 mit der Couronnetechnik gezeigt und kommentiert.

Anfangs Mai hat er zusammen mit seinen 10 Gehilfen (die meisten Pensionierte) 10’000 Walnussveredlungen mit der Couronnetechnik im Freiland durchgeführt. Um das Wichtigste vorauszunehmen: 95 % der Veredlungen sind perfekt gelungen. Da die neuen Ruten schon im Juli bis zu 2 m lang waren, wurden sie auf 50 cm eingekürzt. Es ist einmalig, das Feld mit den Veredlungen zu sehen.

Couronne-Veredlungen vom Mai 2017, fotografiert am 17. Oktober des gleichen Jahres

 

 

Die wichtigsten Bedingungen zum Erfolg sind:

  1. Wissen, wie es geht und viel praktische Erfahrung. Der heute 75-jährige Alain Dupard hat beides.
  2. Gesunde, kräftige Edelreiser. Für die Veredlungen braucht Alain Dupard Reiserruten, die im Winter von zertifizierten Mutterbäumen geschnitten werden und bis zur Veredlung in einem Kühlraum bei 0°C gelagert werden. Die Ruten sind bis 4 m lang und bis zu 4 cm dick.
  3. Kräftige, stark wachsende Unterlagen. Im vorliegenden Fall wurden 3-jährige Hybridsämlinge MJ209 verwendet. Die Veredlungen erfolgten auf Brusthöhe.
  4. Schnelles Arbeiten. Alain Dupard ist der einzige der Veredlungsequipe, der den Endschnitt der Edelreiser macht und diese unter die Rinde der Unterlage schiebt. Der Vorgang darf nur wenige Sekunden dauern, um Oxydationen zu vermeiden.
  5. Anbohren der Unterlage nach dem Trick von Alain Dupard.

 

Verwachsung der Veredlungsstelle

Die Schnittstellen der Unterlagen, welche Durchmesser von 2 bis 5 cm haben, sind in den meisten Fällen bis im Herbst mit Kallus überwachsen. Dieser überwallt und verschliesst die Schnittstelle; er fliesst wie ein Teig oder ein Hausschwamm über die Wunde.  Die meisten Bäume sind bereits im Veredlungsjahr verkauftsfertig.

Die Veredlungsstelle ist perfekt mit Kallus überwachsen

 

Vergleich

Bei meinen Freilandveredlungen in Prez-vers- Noréaz auf 650 müM im schweizerischen Mittelland, und mit nicht optimalen Edelreisern und nicht optimalen Unterlagen bin ich zufrieden, wenn ich Erfolgsquoten zwischen 50 und 60 % erreiche.

 

Dank an Alain Dupard

Ich danke Alain Dupard, dass er mir am 17. Oktober seine Freilandveredlungen vom Mai 2017 gezeigt und erklärt hat. Ich danke ihm vor allem auch dafür, dass er mich am 7. Mai 2008 in die Kunst der Freilandveredlung von Walnüssen eingeführt hat.

 

 

Hans-Sepp Walker
rte de Fribourg 90
1746 Prez-vers-Noréaz
+41 (0)26 470 14 89
hans-sepp.walker@gmx.ch
www.walwal.ch

Verschiedenes

Nussbaum veredelt mit Couronnetechnik auf 2mHöhe

Couronne Veredlungsstelle

Archiv der Couronneveredlung